Editoral

Elektronik, Sportartikel und Spielwaren – langjährige ­Traditionsbetriebe im Zentrum Weinfeldens zollen dem ­heutigen Einkaufsverhalten Tribut und schliessen ihr Fach­geschäft für immer. Zwar darf man initiativen Zeitgenossen aus dem Zentrum echt kein mangelndes Engagement vorwerfen, was die Belebung des Zentrums betrifft, auch der Stadtbehörde nicht. Doch Bauch und Verstand möglicher neuer Detaillisten sind zweierlei – es geht stets um Bedürfnisabklärung sowie Käuferpotenzial und am Schluss ums liebe Geld. Und genau das bringen viele lieber ins nahe ­Ausland oder überweisen es auf fremde Konten.

«Wenn du in kleinen Geschäften einkaufst, hilft du nicht einem reichen Kerl dabei, noch ein weiteres Ferienhaus zu ­finanzieren. Du hilfst einem kleinen Mädchen, Tanzstunden zu kriegen, du verhilfst einem Jungen zum Fussball-Shirt ­seiner Lieblingsmannschaft und den Eltern dabei, das Essen auf den Tisch zu stellen. Kaufe lokal!» Schon gut, mögen sich die einen zu den Gedanken eines Detaillisten sagen, nachdenklich stimmen mag es die anderen. Was sicher ist: Die ganz grosse Mehrheit unserer Gesellschaft merkt nicht, wie wir irgendwie unsere Identität aufgeben – und das ist das Schlimmste an der ganzen Geschichte!

Ihr Urs Tiefenauer